Wann eine Studienplatzklage sinnvoll ist

Veröffentlicht am 12. September 2017

Die Phase vor dem Studium ist für die meisten Abiturienten von einer immensen Vorfreunde auf allerlei Neues verbunden: Sie ziehen zum ersten Mal in eine eigene Wohnung oder WG und sind dabei unter Umständen mehrere hundert Kilometer von daheim weg. Dort lernen sie jede Menge neue Leute kennen, und vor allen Dingen beginnt mit dem Studium ein Lebensabschnitt, in dem sie sich auf das konzentrieren können, was sie wirklich interessiert und ihnen liegt.

Diese Euphorie kann sich allerdings schnell verflüchtigen, wenn man den gewünschten Studienplatz nicht bekommt. Es ist beileibe keine Seltenheit, dass man von seiner Traumuni abgelehnt wird. In diesem Fall bleiben dennoch einige Optionen – eine davon ist die Studienplatzklage.

Eine Klage hat nicht immer Erfolgsaussichten

Der Rechtsweg wird in letzter Zeit immer häufiger gegangen, ist aber nicht in jedem Fall die sinnvollste Lösung. Im Gegenteil: „Es gibt diverse Szenarien, bei denen ich definitiv von einer Klage abraten würde, die sie eigentlich keinerlei Erfolgsaussichten hat“, so Arne-Patrik Heinze von der Kanzlei Heinze & Partner, die sich durch ihre Spezialisierung auf Studienplatzklagen bundesweit einen Namen gemacht hat. Diese Szenarien sind:

  • – Im Zuge des Anmeldeverfahrens wurden vom Bewerber Formfehler gemacht oder Fristen versäumt
  • – Die Bewerbung erfolgte über das Portal hochschulstart.de. Die zentrale Vergabestelle, früher als ZVS bekannt, sichert sich aufgrund der Prozesswelle der letzten Jahre mittlerweile so gut gegen mögliche Klagen ab, dass man sie sich gleich sparen kann.
  • – Man hat einen Studienplatz an einer anderen Universität erhalten. In diesem Fall hilft nur ein Tausch. Findet man einen Interessenten, ist der Rest reine Formsache.

Sollte keines der oben genannten Hindernisse im Weg stehen, ist die Studienplatzklage eine vielversprechende Option, doch noch an der gewünschten Universität zu landen.

Die Kosten sind meist überschaubar

Ob es sich wirklich lohnt, vor Gericht zu ziehen, hängt selbstverständlich immer vom Einzelfall ab und sollte in einem Gespräch mit einem Anwalt abgeklärt werden – wobei diese Formulierung nicht ganz passt. Ein solcher Fall landet nämlich so gut wie nie vor einem Richter, sondern endet in der Regel mit einem Vergleich. Für den Bewerber heißt das, dass er zwar seinen Platz bekommt, als Antragsteller aber die Kosten zu tragen hat.

Von Seiten der Rechtsschutzversicherung ist hier keine Unterstützung zu erwarten, da das diesen Verfahren zu Grunde liegende Verwaltungsrecht von diesen meist ausgeklammert wird. Da sich die Kosten aber in einem sehr überschaubaren Rahmen bewegen, lohnt sich die Klage definitiv – gerade dann, wenn man bedenkt, was auf dem Spiel steht.

Alternativen zur Studienplatzklage

Wie oben bereits angesprochen ist eine Klage nicht die einzige Option, wenn es mit der Wunschuni nicht geklappt hat. Es kann durchaus sinnvoll sein, sich auch auf andere Plätze zu bewerben, gibt es doch sehr viele Städte mit renommierten Universitäten und einem vielfältigen Angebot für Studenten.

Alternativ kann man sich auch ein Jahr Auszeit gönnen. Schließlich wird man auf absehbare Zeit nicht mehr die Möglichkeit haben, ohne Verpflichtungen reisen oder am Work-and-Travel-Programm teilzunehmen. Diese Freiheit auszunutzen ist eine Erfahrung, an die man sich sein Leben lang erinnern wird – und vielleicht klappt es ja ein Jahr später mit der gewünschten Stadt.

Weiterführende Links:

http://www.bachelor-studium.net/studienplatzklage

http://www.studieren.org/studienplatzklage/kosten/

https://www.heinze-studienplatzklage.de/

http://hochschulstart.de/

 

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